Liebe Leser,

am Montag, dem 12.12.2016 fuhr mich mein Sohn, da es zeitlich nicht anders möglich war und ich nicht mehr als 5 kg heben oder tragen kann, zum Ort des Geschehens. Von Uelzen aus ging die Fahrt über Braunschweig, Salzgitter und Göttingen nach Bad Sooden-Allendorf. Die Fahrtstrecke betrug zwar nur 230 km, davon jedoch mehr als 130 km Landstraße und dauerte bei Dunkelheit und teilweise strömendem Regen gute 3 Std.

Da die Klinik angeblich kein freies Bett verfügbar hatte, verbrachte ich die Nacht in einer Pension, durfte am Morgen des 13.12. ein tolles Frühstück genießen und wurde freundlicherweise von der Inhaberin der Pension mit deren privatem PKW  zur Klinik gebracht, wo am 13.12. Reha-Beginn war.

Gegen 09:30 Uhr war ich dort und nach einigem Hin und Her gegen 11:15 Uhr auf meinem Zimmer. Die Klinik ist sehr alt, wie man so sagt „in die Jahre gekommen“, alles recht spartanisch, das Zimmer insegesamt klein, jedoch völlig ausreichend. Man gewährte mit etwa eine Std. Zeit, um „anzukommen“, zu Mittag zu essen und anzufangen mich einzurichten.

Erstes Highlight war das Mittagessen:

gemeinsam mit 3 weiteren „Neuankömmlingen“, mit denen es mir gelang bereits innerhalb weniger Minuten ein herzliches Verhältnis aufzubauen, saße wir nun am Tisch und warteten, was da auf uns zukommt: es gab Kartoffelsalat, einen gemischten Salat mit Joghurt-Dressing dazu und eine Fischfrikadelle mit Kräutersoße. Während des Essens fiel mir auf, dass mich meine Tischnachbarn „beobachteten“. Der Grund lag darin, dass niemand diese Fischfrikadelle mochte, während ich alles komplett aufgegessen hatte. Als ich das Geheimnis lüftete, nämlich, daß ich nichts mehr schmecken kann, war das Erstaunen groß, weil man sich so etwas gar nicht vorstellen kann.

Ab 13 Uhr fand dann meine ärztliche Eingangsuntersuchung an, welche nach 45 min unterbrochen wurde und 1 Std. später weiterging. Nach insgesamt 1 Std. und 50 min umfangreicher Gespräche, Tests und Absprachen eröffnete die Ärztin mir definitiv, daß ich nie wieder in der Pflege arbeiten kann und und sie vermute, daß es evtl. noch für einen Teilzeitjob am Schreibtisch reichen könne.

Heute, am 14.12. ist erstmal Labor mit umfangreichen Blutuntersuchungen und gegen 7 Uhr bekomme ich meinen Anwendungsplan.

Ich wünsche Euch einen erfolgreichen Tag und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Werner