Kategorie: Gedichte

Letzter Tag

Wenn unser letzter Tag bereits morgen wäre…

Wenn unser letzter Tag bereits morgen wäre, würden wir jeden Augenblick bereuen, in dem wir nicht gelebt, sondern nur funktioniert haben. All die Momente, in denen wir in der Vergangenheit verweilt haben, während unser Leben an uns vorbeigezogen ist. All die Tage, die wir in Sorge um die Zukunft verbracht haben, ohne die Gegenwart zu genießen. Jede Sekunde, die wir nicht bewusst genutzt haben und nicht den Mut gehabt haben, unser Leben so zu leben, wie wir es für richtig gehalten hätten. Jede Minute, die wir sinnlos mit Drama, Streit oder Hass vergeudet haben.

Wir würden all die Jahre bereuen, in denen wir uns für einen Job mehr als notwendig aufgeopfert haben. All die Jahre in denen wir versucht haben der “Gesellschaft” gerecht zu werden und uns dabei verbogen haben. All die Jahre in denen wir bloß die Erwartungen anderer erfüllt haben und dabei auf uns selbst vergessen haben.

Wir würden all die Gelegenheiten bereuen, die wir nicht genutzt haben um den Menschen, die uns wichtig sind zu sagen, dass wir sie lieben und schätzen. Es wäre uns leid, um all‘ die Freundschaften, die wir leichtfertig aus den Händen gleiten ließen und nicht sorgfältig gepflegt haben. Wir würden all das Unausgesprochene bereuen, das uns irgendwo in unserem Inneren noch immer belastet.

Wir würden bereuen, dass wir das Leben zu oft einfach passieren lassen haben, ohne unsere Leidenschaften und Hoffnungen zu verfolgen. Dass wir die Kontrolle zu oft abgegeben haben und dadurch unsere Selbstbestimmung ausgehändigt haben. Wir würden bereuen, dass wir zu wenig Liebe zum Detail hatten, weil wir zu sehr mit dem Großen und Ganzen beschäftigt waren. Wir würden bereuen, dass wir zu oft nur die Dinge getan haben, die andere von uns wollen und uns davon abbringen ließen, die Dinge zu tun, die unser Herz begehrt. Wir würden all die Male bereuen, in denen wir nicht ehrlich gesagt haben, was wir fühlen oder denken. In denen wir uns in Schweigen gehüllt haben, aus Angst etwas Falsches zu sagen.

Wir würden all die Tage bereuen, in denen wir das Abenteuer nicht gelebt haben, weil wir zu viel über die Konsequenzen nachgedacht haben. All die Augenblicke, in denen wir die Magie und den Zauber nicht gesehen haben, weil wir nur nach rationalen Lösungen und Logik gesucht haben. Wir würden all die Phasen bereuen, in denen wir hin- und hergerissen waren von Zweifel, Ängsten und Vorurteilen, ohne auf unsere Intuition, Instinkte und Bestimmung zu vertrauen. All die Tage an denen wir „perfekt“ und „ideal“ sein wollten und vergessen haben, die Schönheit in der Individualität und Divergenz zu sehen.

All die Momente, in denen wir Ausschau gehalten haben nach dem großen Glück und dadurch blind für die kleinen Wunder waren, die uns das Schicksal immer wieder geschickt hat. All die Visionen und Ideen, die wir im Keim erstickt haben, weil wir Angst vor der Umsetzung oder vorm Scheitern hatten. All die Male, die wir uns nicht auf einen Menschen eingelassen haben, der es wert gewesen wäre, weil wir Panik davor hatten verletzt oder enttäuscht zu werden.

Wir würden all die Nächte vermissen, in denen wir nicht gelacht und getanzt haben. All die Träume, die wir nicht geträumt haben. Jede Reise, die wir nicht gemacht haben, jeden Moment in dem wir nicht den Sand zwischen unseren Zehen spüren konnten, das weite Meer sehen konnten, Berge besteigen konnten, uns in grüne Wiesen fallen lassen konnten, die Sonne auf- und untergehen sehen konnten…. – weil wir dachten, wir hätten noch genügend Zeit dafür…

Drum tanzt, lacht, liebt, weint, fühlt, denkt, reist, seid dankbar, schreit, kämpft, genießt, träumt, wünscht, akzeptiert, schließt ab, verzeiht, seid gütig, erinnert euch, seid wertvolle Menschen,, schaut euch Sonnenaufgänge an, zählt die Sterne am Himmel, spürt den Sand zwischen euren Zehen,…

Lebt den Moment! Nutzt und genießt die Augenblicke, die das Leben euch schenkt! Schätzt die kleinen Wunder und die Menschen, die euch lieben! Das Leben ist so verdammt kurz, macht um Gottes Willen das, was euch glücklich macht!

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Categories: Gedichte

Meine Gedanken zum Wochenende 18./19. Mai

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das letzte Wochenende, ganz besonders der Samstag, der 18. Mai war ja geprägt von

Entscheidungen.

Am Nachmittag stand der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga an.

Endlich nach 10 Jahren mal wieder fiel die Entscheidung erst am letzten Spieltag.

Und es standen sich viele Spitzen-Teams in der Entscheidung für internationalen Fußball gegenüber, wobei der große Verlierer Borussia Mönchen Gladbach war und der große Gewinner Bayer Leverkusen.

Das der FC Bayern München letztendlich zum siebten Mal in Folge deutscher Meister wurde, ist ein Posten für die Statistik, aber WIE dieser Sieg zustande gekommen ist, ist etwas für die Fußball-Geschichtsbücher.

Was dort passiert ist, kann nicht schöner die Aussage unterstreichen, dass im Fußball eben alles möglich ist.

Das Spiel gegen Eintracht Frankfurt war eine Zeit lang spannend, dann „drehten“ die Bayern auf und zwar so, wie es eines Deutschen Meisters würdig ist und nicht nur das.

RESPEKT, FC Bayern

Die beiden Spieler, die eine ganze Ära mit geprägt haben, Franck Ribery und Arjen Robben wurden eingewechselt und machten beide noch je ein Tor … es kann nicht besser laufen für Spieler, die den Verein nach mehr als 10 Jahren verlassen.

RESPEKT, Franck Ribery & Arjen Robben

Franck Ribery verabschiedet sich mit einem Rekord: 9 mal Deutscher Meister ist der quirlige, ehrgeizige Franzose, der für Fußball derart vorbildlich lebt. Wenn selbst ein als knallharter Geschäftsmann verschriener Uli Hoeneß Krokodilstränen weint, das will schon wirklich etwas heißen!

An dieser Stelle meinen Glückwunsch an den FC Bayern München zur Meisterschaft.

Tja, und dann stand ja am Abend eine weitere Entscheidung an:

beim Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv (Israel).

Meinen Geschmack hat dieses rauschende, internationale Fest, diese gut inszenierte Show mit vielen tollen Spezialeffekten, zum Beispiel der Auftritt Australiens, musikalisch voll getroffen.

Und dann war da ja noch ein Star-Gast: Madonna, die sich – man lese und staune – ihren Auftritt von satten neun (9) Min. mit mehr als 1 Million Euro doch recht fürstlich bezahlen ließ.

Schön und gut, die Kostüme und die Show waren akzeptabel, aber es wäre schön gewesen, wenn die gute Frau auch mal einen Ton richtig getroffen hätte – um es auf den Punkt zu bringen:

bei unserem Dieter wäre sie nicht mal in den Recall gekommen!

Alles andere lief, wie gewohnt, wie gehabt – ich habe dem ESC ja 2016 ein Gedicht gewidmet:

Die Niederlande war erklärter Favorit und gewann auch – das war ja auch o.k.

Die Lacher bzw. BUH-Rufe als Zypern den  Griechen 12 Jury-Punkte  und umgekehrt die Griechen Zypern auch 12 Jury-Punkte „zu schusterten“ waren völlig berechtigt.

Und dann passierte etwas für mich Unfassbares:

Unsere beiden deutschen Teilnehmerinnen, das Duo Sisters, die wirklich fehlerfrei und ansprechend ihr Lied vorgetragen hatten, bekamen von EUROPA keinen einzigen Punkt aus der Zuschauer-Wertung.

Ich persönlich ziehe daraus auch politische Schlüsse, die ich hier nicht weiter ausführen möchte – da mag sich jeder von Euch seine eigenen Gedanken machen.

Ich war erstaunt – und da möchte ich doch noch mal auf Madonna zurück kommen, denn die hatte alle Teilnehmer des ESC zu Gewinnern erklärt! – Bravo, das sehe ich genauso – wie unsere beiden Damen, zumindest nach außen, direkt nach dem Entscheid und auch bei der Rückkehr nach Deutschland, diesen vermeintlichen „Schlag ins Gesicht“ weg gesteckt  haben.

RESPEKT, Duo Sisters

Gestern morgen war ich regelrecht wütend und habe auch meine Meinung dazu direkt kund getan, als ich im ZDF-Morgenmagazin hörte, dass die deutschen Teilnehmer den dritten Platz belegt hätten – allerdings von hinten!

Wie man gegen die beiden Damen, die sicherlich mental am Boden liegen, auch noch im Fernsehen respektlos nach treten kann, ist eine unglaubliche Unverschämtheit, die auch mit Satire nicht zu entschuldigen ist, sondern ein ohnehin nicht besonders gutes Stimmungsbild in unserer Bevölkerung zusätzlich anheizt!

Das ZDF sollten sich schämen!

So, liebe Leserinnen und Leser, sorry, aber das musste raus„.

Ich wünsche Euch von Herzen gerne eine wundervolle Woche mit vielen kleinen Erfolgen und Situationen, wo man sich mal selbst anerkennend auf die Schulter klopfen kann

Werner