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Internationaler Tag gegen Genitalverstümmelung 2021

* Liebe Leserinnen, liebe Leser *

Am Samstag, dem 6. Februar, ist:

Internationaler Tag gegen Genitalverstümmelung 2021

Um ganz ehrlich zu sein, laufen mir bereits alleine beim Lesen des Wortes „Verstümmelung“ eisig kalte Schauer über den Rücken! Erst Recht in Verbindung mit dem Wort „Genital„!

Das wirkt auf mich wie ein fürchterliches Horror-Szenario.

Erst im Jahr 2003 wurde der

Internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung

ins Leben gerufen, um die Weltöffentlichkeit auf dieses absolut menschenunwürdige Problem und die menschenverachtende Praxis ganz gezielt aufmerksam zu machen.

Es klingt unglaublich, aber nach Expertenschätzungen sind rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen.

Bei dieser Genitalverstümmelung, die in vielen Ländern vor allem Afrikas, des Mittleren Ostens, aber auch Asiens, als wichtiges Übergangsritual vom Mädchen zur Frau gilt, wird die Klitoris teilweise oder vollständig entfernt.

Die Mädchen sind bei diesem Eingriff

oftmals nicht einmal 15 Jahre alt!

In den meisten Fällen erfolgt dieser massive Verstoß gegen die Menschenrechte, ohne Narkose, unter unhygienischen Umständen und mit einfachsten Hilfsmitteln wie

Glasscherben oder Rasierklingen.

Bei der Genitalverstümmelung wird die Klitoris teilweise oder vollständig entfernt. In besonders schwerwiegenden Fällen wird die Vagina zugenäht und nur eine kleine Öffnung belassen.

Die Folgen dieses schmerzhaften Eingriffs sind akute und chronische gesundheitliche Komplikationen wie beispielsweise starke Blutungen, Harnwegsinfektionen, Zysten, sowie ein erhöhtes Risiko bei Schwangerschaft und Geburt.

Für die Frauen und Mädchen hat die Genitalverstümmelung neben lebenslangen Traumata oft Infektionen und Komplikationen bei Geburten zur Folge, die zum Tod führen können.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass bis zu 25 Prozent der Betroffenen an den unmittelbaren und langfristigen Folgen sterben.

Viele sterben sogar unmittelbar daran durch Verbluten.

In Deutschland hat sich die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover dieser Sache angenommen, wobei Jugendliche die Hauptzielgruppe aller Bemühungen sind und versucht positiven Einfluss zu nehmen.

„Erfreulich ist, dass die Verbreitung von Genitalverstümmelung seit dem Jahr 2000 weltweit um fast ein Viertel zurückgegangen ist“, sagt die Geschäftsführerin der DSW.

Doch aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums in besonders betroffenen Ländern könnten diese Fortschritte zunichtegemacht werden.

Wenn nicht mehr getan wird, werden weitere Millionen Mädchen und Frauen diese grausame Praktik erleiden müssen. Die internationale Gemeinschaft hat sich in den nachhaltigen Entwicklungszielen dazu verpflichtet,

Genitalverstümmelung

bis zum Jahr 2030 abzuschaffen.

Genitalverstümmelung ist eine Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Sinne des Europarats-Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul Konvention.

Diese Istanbul Konvention ist der bisher umfassendste Menschenrechtsvertrag gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Gewalt an Frauen gilt definitiv als Menschenrechtsverletzung und Diskriminierung der Frau. Der Begriff Frau schließt dabei explizit Mädchen unter 18 Jahren ein.

In Berlin hat die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung die Federführung der Umsetzung der Istanbul Konvention. Es gilt vor allem, Mädchen und Frauen gleiche Rechte einzuräumen wie Männern und Jungen, Gesetze zu erlassen und auch umzusetzen sowie soziale Normen zu durchbrechen, indem die Gemeinden, die Familien und das gesamte Gesundheitspersonal einbezogen werden.

Hier einmal die Rechtsgrundlagen dazu:

Mädchenbeschneidung verstößt gegen die Kinderrechtskonvention von 1989

Laut den UN-Kinderrechts-Konventionen haben Kinder das Recht, in einer Welt aufzuwachsen, in der sie Hoffnung auf Geschlechter-Gleichstellung (Artikel 29) sowie auf Gesundheit, Würde und Selbstachtung (Artikel 39) haben.

Darüber hinaus ruft auch die UNGeneralversammlung in ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs 2030) zu einer Eliminierung von Genitalverstümmelung auf.

Es wird höchste Zeit, diese gravierende Menschenrechtsverletzung endlich zu beenden und Mädchen und Frauen vor unfassbarem Leid zu bewahren!

Wer nun denkt: „ach, wir leben ja hier in Deutschland und brauchen uns über so etwas keine Gedanken zu machen!“, ist leider auf dem Holzweg!

Laut einer Untersuchung des Bayrischen Sozialministeriums im Jahr 2020 leben etwa 67.000 betroffene Frauen in Deutschland und Schätzungen zufolge bis zu 15.000 Mädchen sind von dieser grausamen Menschenrechtsverletzung bedroht.

Aus meiner Sicht bedarf es sowohl detaillierter Aufklärung, als auch sehr strenge Kontrollen, um diesen grauenvollen Menschenrechtsverletzungen nachhaltig entgegenzuwirken!

Euer Kopf schüttelnder „alter Mann“ wünscht von Herzen gerne einen sanften Start ins Wochenende und bitte bleibt von dem „ollen“ Virus verschont!

Toi toi toi

Werner Heus

 

 


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