Das Eiertitschen ist ein lustiger Osterbrauch

Liebe Leserinnen, liebe Leser

ich hoffe, Ihr habt alle den Ostersonntag gut überstanden und das alles friedlich, wie auch harmonisch „über die Bühne“ gegangen ist, sodass die Freude und der Spaß im Vordergrund standen.

Heute möchte ich Euch von einem interessanten Osterbrauch berichten, der Jung und Alt vielerorts viel Freude und Spaß während der Ostertage beschert:

Das Eiertitschen

Dieser beliebte Osterbrauch ist vor allem in Süddeutschland, der Pfalz, jedoch auch im Großraum Köln verbreitet – ursprünglich kommt es aus Griechenland
und es kann sich ein herrlich lustiger Wettkampf daraus entwickeln.

Zwei Spieler treten mit einem hartgekochten Ei gegeneinander an und
schlagen sie mit der Spitze aneinander.

 

Die Spielregel ist ganz einfach:

Spitze gegen Spitze und Boden gegen Boden

Sieger ist,
wessen Ei heil bleibt,
dieser erhält das Ei vom Gegenspieler.

Übrigens wird das Eiertitschen je nach Region auch:

Eierdötschen, Eierditschen, Eierkitschen, Eier ticken, Eierstoßen, Eiertütschen, Eierdüpfen, Eierpicken, Eier dotzen, Eiertippen oder Eierpecken genannt.

Die ersten Aufzeichnungen über dasOstereiertitschenstammen aus dem Jahre 1810. Gruppen von Knaben stießen auf den Straßen zu Ostern die Spitzen, das stumpfe Ende oder die Seiten der Ostereier aneinander.

 

ext. Bild

Warum aber ist es überhaupt so,
dass immer nur ein Ei kaputtgeht
und nicht beide, wie Autos bei einem Unfall?

Eierschalen sind ganz einfach viel widerstandsfähiger,
als man allgemein hin annehmen würde.

Ihr ovaler Aufbau macht sie trotz ihrer
gerade mal 0,4 Millimeter dicken Schale
sehr stabil,
denn dadurch wird der von außen
wirkende Druck gleichmäßig verteilt.

Deshalb ist es auch so gut wie unmöglich,
ein rohes Ei mit der Hand zu zerdrücken.

Obwohl scheinbar ein Ei dem anderen gleicht,
wie es sprichwörtlich heißt,
gibt es keine genau identischen Eier.

Das ist auch kein Wunder, denn
schließlich werden Eier nicht industriell gefertigt.

Manche sind größer, andere kleiner,
manche haben dickere Schalen, andere dünnere,
wieder andere winzige Wölbungen oder Dellen.

Und diese minimalen Unterschiede führen dazu,
dass immer eines von zwei Eiern schwächer ist.

Stößt man also zwei Eier aneinander,
gewinnt das Ei mit der günstigeren Schalenstruktur.

Das schwächere Ei bekommt winzige Risse.

Dadurch wird das Kräftegleichgewicht,
dass seine Schale sonst so stabil macht,
aufgehoben und die Schale zerbricht.

Ganz entscheidend ist dabei das Alter der Henne!

Die Schale junger Hühner enthält mehr Proteine und ist dadurch stabiler.

Die Eier alter Hühner sind nur halb so belastbar.

Natürlich ist neben diesen natürlichen Faktoren auch der Aufprallwinkel entscheidend.

ext. Bild

Übrigens ist es völlig egal,
ob das Ei roh, gekocht oder ausgeblasen ist,
das Prinzip bleibt dasselbe, und es wird auch
immer nur eines von beiden kaputtgehen.

Probiert es doch ganz einfach mal aus.

Natürlich gab es zu allen Zeiten Teilnehmer, die bei diesem Spiel geschummelt haben! Ist ein Teilnehmer immer und immer wieder der Sieger, könnte es sein, dass er mit einem Gipsei oder einem Pechei angetreten ist.

Pecheier waren ausgeblasene Eier, die mit flüssigem Pech gefüllt wurden und nach dem Erkalten der Füllung natürlich steinhart wurden.

Ich wünsche Euch von Herzen gerne ganz viel Freude, falls Ihr ausprobiert, aber in jedem Fall einen wundervollen, hoffentlich sonnigen Ostermontag mit vielen glücklichen Momenten, sowie einen guten Start in die kurze Arbeitswoche.

Toi toi toi

Euer „alter“ Mann

Werner Heus

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