Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Mittwoch, dem 6. Juni 2018, ist:

 

Deutscher Sehbehindertentag 2018

 

Seit dem Jahr 1999 wird jährlich am 6. Juni der Sehbehindertentag in Deutschland veranstaltet.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband, seine Landesvereine mit über 250 Beratungsstellen sowie viele weitere Organisationen wie der Verband der Augenärzte und der Zentralverband der Augenoptiker nutzen den heutigen Tag, um auf die ganz besonderen Belange von Menschen mit Sehproblemen aufmerksam zu machen.

Jedes Jahr steht dabei ein anderes Schwerpunktthema aus dem Bereich „Sehbehinderung“ im Mittelpunkt.

Die Zahl der sehbehinderten Menschen in unserer immer älter werdenden Gesellschaft wächst und wächst.

Als sehbehindert gilt, wer mit Brille auf keinem Auge 30 Prozent der normalen Sehkraft erreicht. Wer unter fünf Prozent bleibt, ist hochgradig sehbehindert.

In Deutschland werden Sehbehinderte nicht statistisch erfasst, ihre Zahl wird auf ungefähr 1,2 Millionen geschätzt.

Sehbehinderte haben ganz oft mit Vorurteilen zu kämpfen und ebenso haben sie ganz oft große Probleme damit von Menschen, die sich nicht auskennen, missverstanden und manchmal sogar als Simulant betitelt werden.

Aus diesem Grund scheuen sich viele Sehbehinderte davor, sich zu kennzeichnen, obwohl das für sie selbst als auch für andere Verkehrsteilnehmer die Sicherheit maßgeblich erhöhen würde. Viele Menschen ahnen nicht, dass es ganz viele Sehbeeinträchtigungen gibt, die nicht korrigiert oder behoben werden können. In vielen Fällen wird nicht einmal eine Brille getragen!

2018 greift der DBSV in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund das Thema „Sehbehindert im Museum“ auf. 

Im Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen heißt es:  

„Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.“

Der Alltag sehbehinderter und blinder Menschen sieht leider meist ganz anders aus, denn es gibt zwar viele gute Beispiele für Bemühungen um barrierefreie Museen und Ausstellungen mit Audioguide und Modellen zum Tasten, aber von einem flächendeckenden Angebot kann noch lange nicht die Rede sein.

Ich selbst habe als Myastheniker auch starke Sehprobleme: besonders betroffen von der Muskelschwäche ist das rechte Auge durch Herunterhängen des Augenlides. Und insgesamt verschlechtert sich die Sehkraft auf beiden Augen in relativ kurzen Zeiträumen. Meine Großmutter ist an Grünem Star beinahe erblindet und resultierend aus der Grundsatzaussage der zweiten Generation mache ich mir zusätzlich Gedanken.

Ich möchte an alle Menschen von Herzen gerne appellieren beim Bemerken einer Sehkraftverschlechterung zeitnah einen Augenarzt aufzusuchen und sich umfangreich untersuchen zu lassen, denn beiden Optikern wird lediglich die Sehschärfe bestimmt, sonst nichts.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen toi toi toi und einen sonnigen Tag

Werner