Kategorie: Sprichwörter & Redensarten

Ehrentag für Oma und Opa 2018

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Montag, dem 12. November ist weltweit:

Ehrentag für Oma und Opa 2018

Dieser Tag berührt mich persönlich ganz besonders, denn ich erachte ihn einerseits als überflüssig, denn Oma und Opa sind ganz sicher einer wesentlicher und wichtiger Bestand unserer Gesellschaft seit ewigen Zeiten und heutzutage wahrscheinlich mehr denn je und andererseits finde ich es wieder perfekt, dass irgend jemand diesen Tag zu Ehren von Opa und Oma ins Leben gerufen hat.

Was wäre denn eine Familie mit Kindern, wo beide Elternteile arbeiten ohne Oma und Opa?, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Ich selbst habe große Teile meiner Kindheit und Jugend bei den Großeltern zugebracht, nein, ich müsste schreiben, zubringen dürfen und rückblickend war es das Beste, was mir passieren konnte. Nicht nur, dass ich wohl behütet war, nein, ich habe viel von der Lebenserfahrung der beiden für mein eigenes Leben profitieren können.

Mein Großvater war ein, so würde man heute sagen, „Malocher„, der eine gute Rente hatte und trotzdem als über 70.jähriger noch unter LKW`s gelegen und die repariert hat. Schon als 12-jähriger durfte ich mitfahren und habe mir  zusätzliches Taschengeld verdienen können.

Meine Großmutter war Schneiderin, im ganzen Ort bekannt und beliebt. Sie war eine wahre Seele von Mensch, die immer, egal auf welche Frage auch immer, eine nachvollziehbare, verständliche Antwort hatte und ich mich immer, wie nie mehr im Verlaufe meines weiteren Lebens, so richtig geborgen fühlte.

Sie war immer mit allem zufrieden, ließ es sich kaum anmerken, wenn sie verletzt war, aber ich bemerkte es schon als kleiner Junge und so etwa als ich 15 Jahre alt war, durfte ich sie darauf ansprechen und sie vertraute sich mir an, was mir unsagbar viel bedeutet hat. 

An die Großmutter meiner ersten Frau erinnere ich mich auch immer wieder gerne. Sie hatte ein riesiges Grundstück am Haus, welches zum Teil an einem recht steilen Bahndamm lag. Der Mann, der es sonst mähte, war krank und so bot ich mich an, es zu tun. Das lehnte sie vehement ab.

Da sie regelmäßig einen längeren Mittagsschlaf machte, ging ich in die Scheune, schliff die Sense und kurz bevor sie wach wurde, war ich fertig. Ich sehe heute noch die großen Kulleraugen.

Tja, es hat doch auch Vorteile auf dem Land aufgewachsen zu sein und den Umgang mit einer Sense noch gelernt zu haben!

Schön finde ich es, wie russische Menschen ihre Großeltern verehren und alleine schon das Wort: Babuschka für Großmutter hat für mich einen irgendwie ehrfürchtigen, wie auch melodischen Klang. Der Vollständigkeit halber: der russische Großvater wird „Deda“ genannt.

Heute, wo sch selbst schon 4-facher Großvater bin, genieße ich dieses „Opa oder Opi ist da!“ in vollen Zügen.

Die aktuelle Generation der Oma`s und Opa`s hat zu einem großen Teil den Wandel der Zeit aktiv genutzt und so manches Enkelkind ist erstaunt, wie Opa mit dem Handy umgeht und zeigt, wo im Internet „der Hammer hängt“.

Ich wünsche allen Oma`s und Opa`s von Herzen gerne stets und immer, also nicht nur am heutigen Tag, Wertschätzung und den nötigen Respekt zu bekommen, sowie uns allen einen guten Start in die neue Woche

Werner

Jemand das Wasser reichen können

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

im Mittelalter wurde nicht mit Besteck, sondern
mit den bloßen Fingern gegessen.
Aus Gründen der Hygiene wurde vor und nach dem Essen eine Schale Wasser gereicht, um den Gästen das Waschen ihrer Finger zu ermöglichen. 

 

 

Dies wurde jedoch nur in vornehmen Häusern so gehandhabt.

In Erzählungen über das Essen in den vornehmem Häusern,
etwa bei Hofe, wird das so genannte „wazzer nemen“ erwähnt.

Den Gästen das Wasser reichen, durften nur ein
ganz bestimmter Untergebener des Hausherrn.

Wer nicht einmal wert genug war, Wasser reichen zu dürfen, dann war dieser derart weit vom Standard der Gäste entfernt, dass er diesen im wahrsten Sinne des Wortes:
„nicht das Wasser reichen kann.“

Der Brauch des Wasserreichens war aber bereits in der Antike bekannt.

Im Alten Testament, 2. Buch der Könige, 3,11, heißt es:

„Ist kein Prophet des Herrn hie, dass wir den Herrn durch ihn ratfragten? Da antwortete einer unter den Knechten des Königs Israels und sprach: Hie ist Elisa, der Sohn Saphats, der Elia Wasser auf die Hände goss.“

Die Bedeutung dieser Redewendung wurde vor allem auch durch folgendes Zitat aus Goethes „Faust“ bekannt:

„Aber ist eine im ganzen Land,
Die meiner trauten Gretel gleicht,
Die meiner Schwester das Wasser reicht?“

Wenn jemand und dann auch etwa noch mit überheblichem Ton fragt: 

„Kann mir bitte mal jemand das Wasser reichen?“

kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch überheblich ist und auf einem verdammt hohen Ross sitzt!

Es handelt sich dabei wohl kaum um eine unhöfliche Aufforderung an den Ober, sondern viel mehr um eine Suche nach Gleichgesinnten.

Also Menschen, die sich auf der gleichen Stufe wie man selbst befinden, sei es nun sozial, intellektuell oder finanziell. Eben Menschen, die einem das Wasser reichen können.

Der finnische Wissenschaftsjournalist Ari Turunen hat über das Thema ein Buch geschrieben, in welchem er eine Zeitreise durch die Weltgeschichte macht und aufzeigt, zu was Arroganz bestimmter Menschen geführt hat und welche Katastrophen derlei Verhalten in der Kulturgeschichte hinterlassen hat.

Ich persönlich mag Überheblichkeit überhaupt nicht und denke, dass diese ein „Killer“ für jegliches zwischenmenschliche Leben ist.

Geht bitte einfach nett miteinander um, ergänzt Euch gegenseitig und versucht das ohnehin meist bescheidene Leben so friedlich wie möglich über die Bühne zu bekommen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen von Herzen gerne einen erfolgreichen Tag.

Werner

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