Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ob eine Katze gut gelaunt oder schlecht drauf ist, ob sie sich wohlfühlt oder in Ruhe gelassen werden möchte, ob sie aggressiv oder krank ist, eine Katze sendet stets deutliche Signale über ihre aktuellen Laune.

Katzen haben ja nun verschiedene Möglichkeiten,
sich verständlich zu machen:
sie miauen, schreien oder fauchen.

Und auch ihre Körperhaltung, sprich die Stellung der Ohren
und ihres Schwanzes verraten, was sie gerade im Schilde führen.

Und dazu kommt ja noch, das sie schnurren können.

Aber warum ist das denn so?
Tja, und wie bringen sie eigentlich diesen Laut zustande?

Katzen schlafen bis zu siebzehn Stunden am Tag.

Wer ganz genau hinhört, kann einen sanften Brummton vernehmen,
sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen.

Auch beim Streicheln wird das Schnurren lauter,
fast so als wollte uns das Tier zum Weiterzumachen auffordern.

Wenn eine Katze ihrer Meinung nach ausreichend Streicheleinheiten bekommen hat und keine weiteren mehr mag, zuckt sie zunächst nur mit ihrer Schwanzspitze. Wenn der Mensch dieses feine Zeichen nicht beachtet, peitscht sie kräftig mit dem Schwanz hin und her. Reicht auch das nicht aus den Mensch zum Aufhören zu bewegen, wird die Samtpfote, je nach Charakter, aber auch noch entschieden deutlicher, sie geht entweder weg und zieht sich zurück, oder der weiter streichelnde Mensch muss mit einen Hieb der Krallen rechnen!

Manchmal schnurren Katzen auch, wenn sie um unsere Beine herum schleichen.
Und selbst die Katzenbabys können schnurren, zum Beispiel, wenn sie bei der Mutter säugen.

Das Schnurren bedeutet also, dass die Katzenwelt in Ordnung ist:

Das Junge zeigt seiner Mutter, dass es ihm gut geht,

der Kater auf dem Schoß signalisiert Wohlbehagen und Geborgenheit.

Aber auch in Stresssituationen,
etwa während der Wehen, schnurren Katzen.

Es wird vermutet, dass sich die werdende Mutter dann durch das gleichmäßige Brummen beruhigt und entspannt, ähnlich wie bei einer Yoga-Atemübung.

Jedoch das Schnurren verbraucht auch eine ganze Menge Energie,
verkürzt die Atemphasen und erhöht die Atemfrequenz.

Aber wozu dann so ein Aufwand, wenn doch alles in Ordnung ist?

Neueren Studien zufolge verbessern Schallfrequenzen im „Schnurr-Bereich“ von rund 25 Hertz das Knochenwachstum. Die Vibrationen erhöhten die Knochendichte und könnten sogar auch noch zusätzlich die Muskeln stimulieren, es wäre im Grunde genommen so etwas, wie Training im Schlaf.

Noch immer jedoch konnten Wissenschaftler keine Erklärung dafür finden,
wie das Schnurren der Katzen denn nun zustande kommt.

Das hängt auch damit zusammen, dass Katzen unter Laborbedingungen,
bei denen das Schnurren erforscht werden könnte, partout nicht schnurren wollen.
Den Katzen ist es in einem Labor allem Anschein nach zu ungemütlich.


ext. Bild

Wie erzeugen die Katzen dieses Schnurren denn nur?

Dazu gibt es mehrere Hypothesen:

Das Schnurren könnte durch ständige Schwingungen der Stimmbänder beim normalen Ein- und Ausatmen entstehen.

Anders als bei Menschen, Affen oder Hunden besitzen Katzen neben den normalen Stimmbändern nämlich noch ein zweites, „falsches“ Paar, welches auch Vorhof-Falte genannt wird.

Die bei der Atmung darüber strömende Luft
könnte den Schnurrlaut hervorbringen.

Es ist aber ebenso möglich, dass das Schnurren durch Reibung der Atemluft am Zungenbein erzeugt wird, welches die Zunge der Katze mit dem Schädel verbindet.

Und einer dritten Theorie zufolge, die aktuell als die wahrscheinlichste von allen gilt, wird das Schnurren durch schnelles Zucken der Kehlkopfmuskeln und des Zwerchfells erzeugt.

Durch diese Kontraktionsfolgen wird die Atemluft
in Schwingung gebracht und auf diese Weise der Ton erzeugt.

Ich habe mich, als ich selbst noch Katzen hatte, immer an deren Schnurren erfreut und wünsche uns allen sanft in die neue Woche hinein zu schnurren

Werner

 

P.S.:

Morgen, am 4. Juni 2019 ist übrigens der:

Umarme-Deine-Katze-Tag

und damit eine gute Gelegenheit für alle Katzenliebhaber mal zu beobachten, ob die Angaben in diesem Artikel zutreffend sind