Liebe Leser,

den 35. Tag, am 16.01.2017, also den letzten Tag, durfte ich in Ruhe angehen!

Ich hatte keine schriftliche Anweisung für Anwendungen bekommen – diese werden eigentlich immer am Freitag in die Postfächer verteilt und ich schaue dann am Sonntag, was mich in der kommenden Woche „so“ erwartet, aber diesmal war nichts drin.

Also sprach ich um 06:30 Uhr in der Zentrale vor, die erst ab 08:30 Uhr Sprechzeit hat, aber mein Mut wurde belohnt und so bekam ich meine Anweisung auch schon zu dieser frühen Stunde ausgedruckt.

Das Frühstück war wieder geprägt von sehr interessanten Gesprächen an meinem Tisch und so fing dieser Tag gut an.

Um 08:30 Uhr folgte dann doch noch eine weitere Sitzung bei der Logopädin, die wie gewohnt ablief. Ich bekam noch einige interessante schriftliche Informationen und ein paar wertvolle Tipps.

Ab 09:30 Uhr gab es dann für 20 min. Entspannung, nein, fast schon Wellness pur, denn ich durfte ein Melisse-Entspannungsbad genießen….einfach herrlich.

Um 11:15 Uhr ging es mit Einzel-Krankengymnastik auf dem Ergometer-Fahrrad weiter und dann war das Vormittagsprogramm geschafft.

Gegen 12:45 Uhr gab es zum Mittagessen:

Szegediner Gulasch mit Salzkartoffeln und zum Nachtisch: Quarkspeise mit Kirschen

Nach dem Mittagessen ab 14:00 Uhr folgte eine letzte Einheit in der Med. Trainings-Therapie und dann fing ich an meine Koffer zu packen.

Dabei gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, u.a. so etwas wie Wehmut, denn fünf Wochen sind eine sehr lange Zeit. Viele Mitpatienten hatte ich ins Herz geschlossen, viele Schicksale erzählt bekommen, viel, ja wie solch ich es benennen?, wirkliches Elend in Form von sehr schweren Erkrankungen einhergehend mit enormen körperlichen Behinderungen gesehen und erlebt und so manches aufbauende Gespräch geführt und etliche Bekannschaften geschlossen – nun ist es bald zu Ende und irgendwie ein „komisches“ Gefühl.

Beim Mittagessen hatten mich meine Tischnachbarn gebeten zum Abendessen zu kommen, da sie am Dienstag morgen einen dicht gedrängten Terminplan haben, aber nch eine letzte gemeinsame Mahlzeit einnehmen wollten und ich willigte ein.

Letztendlich war es jedoch eine Qual für mich, denn nach dem Packen, der Rückgabe meiner Unterlagen im Schwesternzimmer, der Rückgabe meiner ausgeliehenen Thermoskanne und einiger anderer obligatorischer Dinge, hätte ich gegen 16:40 Uhr sitzend einschlafen können.

Das Abendessen wurde dann noch einmal sehr lustig, aber ich war froh als ich kurz danach im Bett lag und schlief auch sofort ein.

Heute bin ich gespannt auf die Wetterverhältnisse und wann mich mein Sohn hier abholt.

Ich wünsche Euch von Herzen gerne einen schönen Tag mit vielen kleinen Erfolgserlebnissen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Werner